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Geopolitiker

Erster Weltkrieg

Wie einige Historiker neige ich zu der Auffassung das der Erste Weltkrieg die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen ist. Er führte (Hauptsächlich dank Versailler Diktat und der Weltwirtschaftskrise) zum Aufstieg und Machtübernahme Hitlers im Deutschen Reich. Nun wollen wir uns allerdings einige Gründe für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges etwas genauer anschauen. Was führte zu diesem abscheulichen Krieg und wie hätten sich die damaligen Staatsführer verhalten sollen? Hätte es überhaupt eine Möglichkeit zur Verhinderung dieses Krieges gegeben oder war dieser Krieg unvermeidbar? Diese und weitere Fragen will ich versuchen zu beantworten.

Es ist wohl jedermann bekannt das dem Ersten Weltkrieg dem feigen, barbarischen und abscheulichen Mord am österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gemahlin durch den feigen Attentäter Gavrilo Princip und seinen Komplizen (die allesamt Mitglieder der Mlada Bosna waren und zusammen mit der Schwarzen Hand (Vereinigung oder Tod), ein berüchtigter Geheimbund, dessen Vorgängerorganisation an der Ermordung des serbischen Königs Aleksandar Obrenović und seiner Gattin Draga Mašin involviert war, den Auftrag hatten den Erzherzog zu ermorden) vorausging. Das Attentat von Sarajevo war der Auslöser des Ersten Weltkrieges. Die Wurzeln dieses verheerenden Konfliktes liegen allerdings in der Bosnien-Krise und in den Balkankriegen. Seit den Jugoslawienkriegen in den 90er Jahren, der Trennung Kosovos von Serbien, dem Euromaidan, der anschließend zur Krim-Krise und dem Krieg im Donbass führte befinden wir uns wieder in einer ähnlichen Situation (akuten Kriegsgefahr) wie kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ähnlich wie damals die Mittelmächte (Zentralmächte) isoliert wurden, werden heute einige osteuropäische Mächte isoliert bzw. in die Enge getrieben. Es stellt sich nun die Frage ob die heutigen Staatsführer aus der Geschichte gelernt haben oder ob sie die gleichen schwerwiegenden Fehler ihrer Vorgänger wiederholen werden? Nun werfen wir erst einmal einen Blick in die Geschichte und analysieren was die damaligen Staatsführer falsch gemacht haben. Der erste gravierende Fehler bestand darin das sich weder Österreich-Ungarn noch das russische Zarenreich in ihrer Balkanpolitik annähern konnten. Das deutsche Kaiserreich unter Reichskanzler Bismarck versuchte mit einem Dreikaiserbund dem entgegenzuwirken. Allerdings zerbrach dieser nach Ausbruch der Bulgarien-Krise. Das Verhältnis Österreich-Ungarns zum russischen Zarenreich wurde dank dem Serbisch-Bulgarischen Krieg und der Bosnischen-Krise endgültig zerstört. Dem deutschen Kaiserreich unter Bismarck gelang mit dem Rückversicherungsvertrag allerdings noch ein letzter Coup. Nach Bismarcks Entlassung wurde der zweite gravierende Fehler begangen der letztlich die mächtepolitischen Blöcke die sich im Ersten Weltkrieg gegenüberstehen würden festlegte. Als ein Jahr später Wilhelm II. den deutschen Thron bestieg, sogleich den auf drei Jahre begrenzten Rückversicherungsvertrag mit dem russischen Kaiserreich nicht verlängern wollte und Russland stattdessen eine Allianz mit Frankreich einging, stand auch das Deutsche Reich mit dem Rücken zur Wand. Diese Fehlentscheidungen begünstigten eine schlechte Ausgangslage. Dennoch waren diese taktischen Fehler nicht der alleinige Grund das zum Desaster des Ersten Weltkrieges führte. Von offiziellen Vertretern der serbischen Regierung gab es im Voraus etliche (zwar indirekte) Warnungen, die aber jedes mal von den österreich-ungarischen Behörden nicht ernst genommen wurden. Der serbische Premierminister Nikola Pašić erfuhr wahrscheinlich von einem Spion in der „Schwarzen Hand“ von der geplanten Ermordung des Erzherzoges und beauftragte Jovan Jovanović, den serbischen Gesandten in Wien, mit der Aufgabe, Österreich-Ungarn mit vagen diplomatischen Aussagen vor dem Anschlag zu warnen. Dieser vertraute k. u. k. Finanzminister von Biliński in einem Gespräch an, das es gut und vernünftig wäre, wenn Franz Ferdinand nicht nach Sarajevo reisen würde, weil sonst „irgendein junger Serbe statt einer Platzpatrone eine scharfe Kugel nehmen und sie abschießen könnte“. Doch auch diese Warnung wurde nicht ernstgenommen. Ebenso trug die österreich-ungarische Démarche an Serbien wesentlich zum Kriegsausbruch bei, obwohl das Königreich Serbien den größten Teil der Démarche bedingungslos anerkannte. Das waren einige Hauptgründe weshalb es zu dieser Jahrhundertkatastrophe namens Erster Weltkrieg gekommen ist. Hätten die österreich-ungarischen Behörden auf die Warnungen der Serben gehört dann wäre es nie zu diesem bestialischen Attentat gekommen. Dennoch bin ich mir sicher, dass auch die Julikrise auf diplomatischen Wege gelöst hätte werden können. Leider konnte sich Endeffekt die Kriegspartei durchsetzen. Die Tragödie fürs deutsche Reich begann allerdings erst so richtig mit dem Ausbruch der Novemberrevolution (Novemberrevolte) (die nichts anderes als ein weiterer verbrecherischer marxistischer Staatsstreich war) und der totalen deutschen Kapitulation in Compiègne. Dies und die Unterzeichnung des Versailler Diktates besiegelte die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts endgültig.

An diesen Tatsachen kann man im Nachhinein natürlich nicht mehr viel ändern. Aber wir können aus diesen Fehlern lernen, damit so etwas nie wieder passiert. Was ich diesbezüglich auch wichtig finde ist, dass man eine positive Erinnerungskultur wahrt. Dazu gehört das man an das allererste Opfer (dem Erzherzog) gedenkt und nicht an dessen Täter wie es in der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien seinerzeit üblich war und heutzutage leider in der Republik Serbien und in Bosnien und Herzegowina (Republika Srpska) wieder üblich ist....

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Kommentare (2)

Geopolitiker

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jhkjhj

Ich finds ja gut, dass sie erkannt haben, dass wir uns aktuell in dergleichen situation befinden wie damals. das lässt allerdings auch den umkehrschluss zu, dass es damals wie heute eben keine zufälle waren, sondern dass es absichtlich forciert wurde. wenn man sich nun noch betrachtet wer damals schon profitiert hat und dies bis zum heutigen tag, dann weiss man auch wer die täter sind. marxisten gibts heutzutage keine mehr, christen schon und die tragen gerne schafspelz und karneval finden sie auch gut. dazu kommt das damalige gerangel um den sogenannten "führungsanspruch", geistliche gegen weltliche macht. nun hatten sie ja zeitweilig beides, allerdings bröckelt diese macht gewaltig und da war es wohl zeit für ein revival. so seh ich das.
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