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Einfach. Plaudern. Neu.

TatsächlichE...

"Du hast es verdient zu sterben"

Habe den Spruch schon in Büchern, Serien, Filmen, Spielen usw. bemerkt. Immer etwas abgewandelt und verstehe die Macher dahinter einfach nicht. Was dachten die sich dabei ihren Charakter so etwas in den Mund zu legen? Sollte das als Rache gelten, als die Entmündigung des Gegners? Ich verstehe schon, dass es ein heiden Einschnitt in das Leben eines anderen ist sein Leben zu beenden aber als Rache würde ich das nicht definieren, weil der Satz so wie ich das kenne einen schnellen Sterbeprozess und den Tod, also die Empfindungslosigkeit (das Nichts) bringt, wodurch der Feind sicher keine Reue mehr zeigen kann. Wenn der Charakter stattdessen den Satz sagen würde: "Du hast es verdient scheußlich zu krepieren" oder "Du hast Unsterblichkeit verdient und wirst an einen großen Stein gebunden dich von Passanten mit Nagelbrettern bewerfen lassen. Die Raben ziehen dir die Augen aus und picken dich bis zur Bewusstlosigkeit, dann warten sie und fangen, sobald du wieder bei dir bist, von neu an." Das wären Qualen die derjenige auszuhalten hätten, bei denen auch Reue gezeigt werden kann, was nun mal das Prinzip der Rache ist, nämlich, jemanden so weit zu bringen, dass der sich eingesteht, falsch gehalten oder "mich" falsch behandelt zu haben.

Also entweder man lässt das Leben des Antagonisten schmerzvoll verkürzen oder man lässt ihn lange aber sehr schmerzvoll leben (ermordet liebe Angehörige von ihm etc.) dann ist das im Sinne von Rache. Ja und der Spruch "du verdienst es zu sterben" kommt da eher noch als Gnadenakt daher oder als Engstirnigkeit, weil derjenige nicht begreifen kann, dass alle sterben und es sich keiner verdient hat. Sterben und Tod werden inklusive und vollständig kostenlos mit dem Leben geliefert.

Also begreift ihr in etwa was ich meine? [Melden]

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Kommentare (4)

ᛒᛟᚷ

Mitglied [5]

Ich verstehe was du meinst. Dieser Satz ist echt nicht nachvollziehbar. Scheinbar tun sich die Drehbuchautoren etwas schwer damit passende Sätze für ihren Handlungsstrang zu finden.

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我的母親,我的父親和我叔叔就是上帝 - मेरी माँ, मेरे पिता और मेरे चाचा भगवान है - مادر من، پدر من و عموی من است خدا - Моя Мать, мой Отец и мой Дя́дя есть Бог - Moja Mama, moj Oče in moj Stric je Bog - Anyám, Apám és a Nagybátyám Isten - Mia Madre, mio Padre e mio Zio è Dio

Wolfmensch

Ja, kann das auch nachvollziehen. Wobei ich denke, dass ein Tu mir einen Gefallen und verrecke, bringe dich um etc. von jemanden auch nicht nur mir weh tun kann. Zu mir hat das schon mal jemand gesagt, weil ich damit anfing von Suizid zu reden ohne explizit zu sagen, dass ich mich umbringen will (was ich gar nicht wollte, mich hat das Thema interessiert) und ich empfand das schon als schmerzhaft, weil derjenige mir damit jeglichen Wert und jede Menschlichkeit entzog, und noch dazu eine Form der Allmacht gewann, wenn ich mich wirklich umbringen wollte, denn ich tue ihm einen Gefallen, indem ich mir mein Leben nehme, bin also Fremdbestimmt und bin gezwungen zu entscheiden ob ich diesen Arsch einen Gefallen tue und mein Leben beende oder ob ich apathisch weiter Leben und klage. Wenn man tot ist, ist das egal schon klar aber wäh­rend man noch am Leben ist nicht unbedingt. Bei mir war das jedenfalls nicht so.

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Wolfmenschnoc...

Ach so und wegen den Autoren denke ich, die sind oft genauso hohl bzw. anspruchslos wie ihr Publikum das deren Arbeit gut findet und sie dazu animiert weiter zu machen. Gleiches sucht Gleiches usw. (Keine Beleidigung an dich, du bist ja nicht in der Gruppe)

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TatsächlichE...

@...☆:
@Wolfmensch:
Oder der Satz den Angehörige und Freunde zur Partnerin/zum Partner sagen, die/der zurzeit von der anderen/vom anderen in Trennung lebt: "Wenn Du jetzt nicht um sie/ihn kämpfst, verlierst Du sie/ihn für immer!"

Die Autoren begreifen einfach nicht, dass so ein Satz in solch einer Situation empathielos ist, weil er zu stark unter Druck setzten wird und dadurch, die Betroffenen kaum noch rational entscheiden können, wie sie weiter vorgehen sollen (lässt man die Charakter dann strauchel, das ist eine Variante die manche Laien so wollen).

Außerdem werden sich Paare immer für immer "verlieren", sobald eine/einer der beiden vor der anderen/dem anderen stirbt oder dann wenn sie gemeinsam sterben, wenn man die Geschichte realistischer gestalten will. Das berücksichtigen die Autoren nicht bzw. nicht genug.
Dann ist "verlieren" hier auch falsch, weil das zu sehr ein "wiederfinden" impliziert, was nicht möglich ist, sobald der Tod eines Menschen oder anderen Lebewesens eintrat.

Zielt man darauf ab eine eher fantastische, überspitzte Geschichte u. Ä. zu schreiben, dann kann man die eine/den einen wiederbeleben, also "wiederfinden" lassen. Dann wird ein "verlieren" sinnvoller, überholt bzw. unoriginell ist es aber trotzdem.

Schlimm finde ich auch dieses in ernsten Situationen "tut mir leid" oder noch schlimmer "Du tust mir leid". Das nimmt jegliche Tiefe und lässt zu sehr oberflächliche Gedanken zu. Meistens wird dann herumgedruckst und auf Schlagfertigkeit, die das Ganze etwas lustig gestalten könnte, verzichtet. Außerdem färbt dieser scheiß Satz auf beeinflussbare Menschen, und damit meine ich ALLE Menschen, ab, die diesen Müll dann in ähnlichen Situationen ähnlich im Alltag verwenden und so den Eindruck erwecken, sie sehen von oben auf denjenigen, mit dem sie mitleiden (-und nicht mitfühlen-) herab. Manchmal wünsche ich mir, dass es nur Stummfilme gibt ohne Untertitel, so kann man an den Handlungen bewerten und spart teure Untertitel und Synchronisationen.

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